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Die Oberzeller Franziskanerinnen gestalten ihre Zukunft. Die ersten Beschlüsse aus dem Außerordentlichen Generalkapitel im Juni 2022 sind umgesetzt. Warum die Gemeinschaft 2022 vor einem Neuanfang steht und was das mit der Ordensgründerin Antonia Werr zu tun hat, schildert Generaloberin Sr. Dr. Katharina Ganz in ihrem Leitartikel der aktuellen Ausgabe des Klostermagazins LUPE, das gerade frisch aus der Druckerei gekommen ist.

Die zweite Auflage ist da: Mit dem Buch "Frauen stören. Und ohne sie hat Kirche keine Zukunft" von Generaloberin Sr. Dr. Katharina Ganz geht der Echter-Verlag in die zweite Runde. Besonders freuen wir uns über die Rezension von Sr. Katharina Kluitmann, Provinzoberin der Franziskanerinnen von Lüdinghausen, die sich auch selbst für die Rolle der Frauen in der katholischen Kirche einsetzt und sich beim Synodalen Weg engagiert.

Sr. Katharina Ganz betont in ihrem Buch, dass die Kirche ihren unschätzbaren Beitrag für das Leben und Miteinander nur dann glaubhaft vermitteln kann, wenn ihre Strukturen, die Verteilung von Macht, der Umgang mit den eigenen Mitgliedern und Ressourcen dem Geist Jesu Christi entsprechen.

Eine Krippe ist kein Hotel, Stroh ist kein flauschiges Kissen. Ein Kind ist bedürftig und hilflos, hat Hunger, muss gewickelt werden. Jesus hat sich in diese menschliche Verletzbarkeit hineinbegeben und diese durchgehalten bis zum Tod am Kreuz. Dieses Geheimnis hat Gründerin Antonia Werr zum Ausgangspunkt für die „Dienerinnen der heiligen Kindheit Jesu“ und für ihre Frauenarbeit gemacht. Die Schwestern sollten für Frauen da sein, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt worden waren: aus der Haft entlassene Frauen, Prostituierte, Landstreicherinnen. Diesen Frauen wollte Antonia Werr mit dem Blick auf das Kind einen neuen Anfang ermöglichen.

Sie sind in Ihrer bisherigen Funktion als Einrichtungsleitung und generell mit den Bedingungen in der Pflege unzufrieden?

Sie möchten, dass die Bewohnerin mit ihren besonderen Bedarfen und Bedürfnissen im Vordergrund steht?

Sie möchten in einem familiären Arbeitsumfeld mit einer Pflegedienstleitung samt Team auf Augenhöhe arbeiten?

Dann sind Sie bei der Kongregation der Dienerinnen der hl. Kindheit Jesu genau richtig, denn wir suchen zum nächstmöglichen Zeitpunkt

Einrichtungsleitung (m/w/d)
für das Alten- und Pflegeheim Antoniushaus

(Stellenumfang 19,5 Stunden)

    Das Alten- und Pflegeheim Antoniushaus ist eine kleine, familiäre Pflegeeinrichtung mit 41 Plätzen, die vorwiegend von Schwestern der Gemeinschaft, aber auch von Frauen aus der Umgebung belegt werden. Die Schwestern der Gemeinschaft schenken diesem Ort ein besonderes Ambiente der Spiritualität, Ruhe und Gastfreundschaft. In unserem Kloster Oberzell sind ca. 140 Mitarbeitende in verschiedensten Einrichtungen und Bereichen tätig.

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Weitere Infos zu dieser und weiteren Stellenausschreibungen finden Sie hier.

Welche Rolle spielen Ordensgemeinschaften aktuell in der Medienlandschaft und in der Gesellschaft? Diese Frage nach der Relevanz tauchte beim Symposium und der Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Public Relations (AGPR) innerhalb der deutschen Ordensobernkonferenz (DOK) immer wieder auf. Einmal im Jahr treffen sich PR-Verantwortliche von katholischen Ordensgemeinschaften aus ganz Deutschland – nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause kamen die Medienschaffenden nun vom 9. bis 11. November im Gästehaus der Abtei Münsterschwarzach zusammen. Zum Symposium waren auch die Ordensleitungen eingeladen. Das Kloster Oberzell war mit Generaloberin Sr. Dr. Katharina Ganz sowie den beiden Öffentlichkeitsreferentinnen Anja Mayer und Monika Prestel vertreten.

Auf dem Programm standen Vorträge über PR-Strategien, Spendenkampagnen und Newsletter-Marketing, aber auch eine Podiumsdiskussion mit Journalisten. Zum Abschluss des Symposiums bat Moderatorin Katja Auer (Süddeutsche Zeitung) am Donnerstagmittag die Ordensfrauen Theresia Lehmeier (Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel SMMP) und Katharina Ganz (Oberzeller Franziskanerinnen) um ein Fazit. Sr. Katharina betonte, wie wichtig es sei, sich als Ordensgemeinschaften zusammenzuschließen und Ressourcen zu bündeln. Es gäbe so viele Themen, zu denen Ordensleute durchaus etwas zu sagen hätten. „Wir dürfen das Feld nicht den anderen überlassen.“ Ob es um den Klimawandel geht oder um Nachhaltigkeit, um Spiritualität oder eine Kultur der Achtsamkeit. „Wir stehen nicht mehr da, wo wir vor 20 Jahren waren, wir müssen zeigen: es tut sich was!“ Sr. Theresia betonte, dass Authentizität wichtig sei und plädierte dafür, die gemeinsame Arbeit und den Austausch in der AGPR weiterzuführen.

Neben vielen Informationen nutzten die Teilnehmer*innen sowohl Symposium als auch Mitgliederversammlung für den kollegialen Austausch. Einige Ideen für künftige gemeinsame Projekte sind dabei bereits entstanden.

 

Eindrücke von der dreitägigen Veranstaltung (Fotos: Julia Martin/Abtei Münsterschwarzach):

Eva Pscheidl und Sr. Dr. Katharina Ganz über ihr Jahr im Mentoring-Programm

Kommunikationsstrategien und Medientraining, aber auch Mut und Stärke – Eva Pscheidl hat viel mitgenommen aus dem Programm „Kirche im Mentoring – Frauen steigen auf“ (KiM). Mit einer Abschlussveranstaltung Ende September endete der aktuelle Kurs, bei dem die 45-Jährige aus Würzburg die einzige Teilnehmerin aus Bayern war. Ebenfalls mit dabei: ihre Mentorin Schwester Dr. Katharina Ganz, Generaloberin der Oberzeller Franziskanerinnen. Nach einem Jahr mit regelmäßigen Treffen und intensivem Austausch ziehen die beiden Frauen ihr ganz persönliches Fazit und betonen, dass solche Programme wie das des Hildegardisvereins wichtig und nötig sind – auch im Bistum Würzburg.

Wenige Tage vor dem Tod der Landtagspräsidentin a. D. Barbara Stamm haben die Oberzeller Schwestern erfahren, dass die beliebte Politikerin im Sterben liegt. „Ich habe meine Mitschwestern informiert und alle Konvente gebeten, für sie um eine gute Sterbestunde zu beten“, sagt Generaloberin Sr. Katharina Ganz betroffen. „Und mir war es ein Anliegen, ihr in einem persönlichen Brief noch einmal für alles zu danken, was sie uns als Mensch, Frau, Politikerin und Christin bedeutet hat.“

 

Acht Oberzeller Franziskanerinnen haben am Montag, 3. Oktober, in der Klosterkirche St. Michael ihr Professjubiläum gefeiert. Die Schwestern Klaretta Griebel und Gerfrieda Langermeier legten ihre Gelübde vor 70 Jahren ab und begingen damit ihr Gnadenvolles Professjubiläum. Die Schwestern Auxilia Inzenhofer, Helga Sauer, Damaris Englert, Wilhelma Söldner, Norbertine Rüth und Sixta Zirkelbach haben ihre Erstprofess vor 60 Jahren abgelegt und feierten daher ihre Diamantene Profess. Die Jubiläumsfeier wurde mit Gästen aus den Heimat- und Wirkungsorten der Frauen begangen. Hauptzelebrant war Hausgeistlicher und Oberstudienrat Achim Wenzel, unterstützt wurde er von Pfarrer Ernst Haas aus Großwallstadt (Landkreis Miltenberg). Der Martinuschor Aschaffenburg unter der Leitung von Markus Heinrich sowie Niklas Steinzer an der Orgel begleiteten den Gottesdienst musikalisch.

Bei der jahrtausendealten Tradition des Pilgerns machen sich Menschen auf den Weg, um etwas zu suchen: die Nähe zu Gott, Trost oder Orientierung. Anja Bakker hatte verschiedene Gründe. Im April ist sie in ihrer Heimat West Cork in Irland aufgebrochen. Ihr Ziel: Jerusalem. Ihr Weg brachte sie am 18. September ins Kloster Oberzell und sie entschied sich, eine Nacht zu bleiben. Zuvor war sie bei den Brüdern in Triefenstein zu Gast, danach soll es Richtung Schwanberg gehen.

Im Sankt Raphaelsheim in der Würzburger Stadtmitte ist im März 2022 das Projekt Portiunkula* gestartet. Mit dieser spirituellen Wohngemeinschaft gehen die Oberzeller Franziskanerinnen neue Wege. Dieser Ort soll ein Begegnungsraum sein, an dem Schwestern aus Oberzell gemeinsam mit anderen geistlich interessierten Menschen leben.

Es ist Schöpfungszeit – vom 1. September bis 4. Oktober engagieren sich Christ:innen auf der ganzen Welt, um durch Wort und Tat in dieser Zeit ganz besonders auf das Thema aufmerksam zu machen. Die Oberzeller Franziskanerinnen haben sich als Mitglied des Ökumenischen Netzwerks Klimagerechtigkeit dem Aufruf des Bündnisses angeschlossen.

In Frankfurt am Main beginnt am Donnerstag, 8. September 2022, die vierte Synodalversammlung des Synodalen Weges der katholischen Kirche in Deutschland. Im Mittelpunkt der Beratungen stehen die zweite Lesung von neun Texten sowie die erste Lesung von fünf Texten. Wie bei den vergangenen Synodalversammlungen wird es auch einen Bericht zu Aufarbeitung und Aufklärung sexuellen Missbrauchs geben. Geistliche Impulse und die Eucharistiefeier am Freitag (9. September 2022) der Synodalversammlung sind ebenfalls zentrale Bestandteile des Treffens. Nach den wichtigen Weichenstellungen der ersten drei Synodalversammlungen (von der letzten Versammlung hatte Sr. Katharina berichtet) wird es in Frankfurt erneut Beschlüsse geben, nachdem die Foren intensiv an den Texten weitergearbeitet haben.

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