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Nach 35 Jahren hat Schwester Leandra Ulsamer ihren Dienst in der Mutterhausbibliothek zum 31. Dezember 2020 aufgegeben. Zum Abschied befragte Sr. Rut Gerlach Sr. Leandra zu ihren Erinnerungen an die Anfänge ihrer Tätigkeit und wie es weiter ging:

Dass Kirche ohne Frauen nie und nimmer funktioniert, daran ist nicht zu zweifeln. „Ohne sie hat Kirche keine Zukunft“, heißt der Titel eines neuen Buchs von Schwester Katharina Ganz, Generaloberin der Oberzeller Franziskanerinnen, das im Frühjahr im Echter-Verlag erscheinen wird. Allerdings ist das mit den Frauen und der Kirche so eine Sache: Frauen wollen viel mehr, als ihnen derzeit zugestanden wird. Vollständig lautet der Buchtitel denn auch provokativer: „Frauen stören und ohne sie hat Kirche keine Zukunft“.

Sr. Ingrid wurde als sechstes von acht Kindern am 3. März 1931 in Schönau an der Brend geboren und auf den Namen Berta getauft. In ihrer Familie muss es ein besonderes religiöses Gen gegeben haben, sonst hätte sich nicht die Hälfte der Kinder später für das Ordensleben entschieden. Gerne erzählte Schwester Ingrid später, dass sie in den bitterkalten Morgenstunden im Advent zu Fuß zu den Roratemessen gegangen sind.

Kürzlich habe ich das Buch „Unsere Welt neu denken“ von Maja Göpel gelesen. Sie lädt darin ein, herauszutreten und von außen auf die so genannte Box zu blicken, die unser gesell­schaftliches und wirtschaftliches System darstellt. Sie betrachtet diese Box aus unterschiedlichen Perspektiven, erklärt Zusammenhänge und zeigt auf, weshalb es sich lohnt, das derzeitige System zu hinter­fragen und umzudenken. Sie geht dabei unter anderem auf die Themen Verteilungs- und Generation­en­ge­rechtigkeit ein. Sie wirft die Frage auf: Was ist der wahre Preis für unseren Lebensstil und wer bezahlt ihn?

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am 25.11.2020 überreichte der Katholische Deutsche Frauenbund Diözesanverband Würzburg eine Spende von 500 Euro an die Geschäftsführerin Anja Sauerer des Antonia-Werr-Zentrums St. Ludwig.

Die Spende unterstützt Therapieangebote traumatisierter Mädchen. Viele dieser Angebote können nur mit Spendengeldern erfolgen. Therapien erfolgreich durchzuführen sind unter Berücksichtigung der gesetzlichen Vorgaben zu den Kontakteinschränkungen eine besondere Herausforderung. Bitte unterstützen Sie diese aktive Arbeit mit Ihrer Spende.

Antonia-Werr-Zentrum
St. Ludwig/Post Kolitzheim
Spendenkonto:
Sparkasse Schweinfurt
IBAN: DE74 7935 0101 0000 4294 49
BIC: BYLADEM1KSW

Der Bundesverband des Frauenbundes präsentiert zudem das Buch „Erzählen als Widerstand“. Es stellt Missbrauch an erwachsenen Frauen als Form von geschlechtsspezifischer Gewalt in Räumen der Kirche dar. Zu Wort kommen darin Frauen, die sexuellen und spirituellen Missbrauch durch Priester und Ordensleute erfahren haben. Mehr zum Buch und zur Präsentation unter www.erzaehlen-als-widerstand.de.

Am Christkönigssonntag wurden Sr. Damaris Englert und Sr. Norbertine Rüth als letzte Oberzeller Schwestern aus der Pfarrei St.Cyriakus aus Niedernberg (Landkreis Miltenberg) verabschiedet.

Haus Klara machte sich 2017 auf dem Weg zur EMASplus-Zertifizierung, mit dem kontinuierlichen Ziel, sich stetig zu hinterfragen. Ein Zwischenstand.

Zu Beginn des neuen Schuljahres am 9. September wurden die Erstklässler der Montessori-Schule im Kloster Oberzell herzlich willkommen geheißen.

Als franziskanische Schwestern und Brüder sind wir betroffen und besorgt über die katastrophalen Verhältnisse geflüchteter Menschen, die durch die Brände im Flüchtlingslager Moria drastisch verschärft worden sind.

Sieben Franziskanerinnen haben am Samstag, 11. Juli, in der Klosterkirche Sankt Michael im Kloster Oberzell ihr diamantenes Professjubiläum gefeiert.

Die Gnade der Geburt befähigt Menschen, immer wieder neu anzufangen. Antonia Werr, die Gründerin der Kongregation der Dienerinnen der hl. Kindheit Jesu OSF, hat im 19. Jahrhundert selbstbewusst und hartnäckig für die Rechte der Frauen - auch der straffällig gewordenen Frauen - gekämpft. Ihr Beispiel ist auch heute Ermutigung.

In den letzten Wochen war ich öfter allein mit dem Rad oder zu Fuß in der Natur unterwegs. Öfter begegnete ich dabei anderen Spaziergängern, die mir ebenfalls allein oder zu zweit entgegenkamen. Manchmal schnappte ich im Vorbeilaufen oder -fahren ein paar Wortfetzen ihrer Unterhaltung auf. Meist es waren Sorgen: „Was meinst Du, wie lange die Ausgangsbeschränkungen noch aufrecht erhalten werden müssen? – „In meinem Betrieb herrscht jetzt schon drei Wochen Kurzarbeit, ich hoffe, ich verliere nicht meinen Job.“ – „Meine Hoffnung ist, dass wenigstens die Kinder bald wieder in die Schule gehen können“.

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