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"Gemeinsam den Wandel gestalten" - unter diesem Titel hat Sr. Beate Krug, Nachhaltigkeitsbeauftragte im Kloster Oberzell, in der letzten Ordenskorrespondenz 4/2021 einen Artikel veröffentlicht. Wir stellen Ihnen die Ideen und Forderungen von Sr. Beate hier gerne zur Verfügung:

Aktiv als „Churches for Future“ für eine klimagerechte Welt
Gemeinsam den Wandel gestalten

Das Bild, das den Wettbewerb „Pressefoto des Jahres 2019“ in Unterfranken gewonnen hat, heißt „Klimademo“. Das Foto von Thomas Obermeier zeigt in einer Menschengruppe unter anderem zwei Ordensschwestern, die mit Transparenten in der Hand für mehr Klimaschutz demonstrieren. Die Schwestern sind in ihrem Habit gut als solche erkennbar, auf ihren Schildern steht „Schöpfung erhalten“ und „Klimagerechtigkeit jetzt“. Die Jury begründete ihre Entscheidung damit, dass das zentrale Thema des Jahres 2019 aus einem originellen Blickwinkel aufgegriffen wurde.

Die beiden auf dem Foto zu sehenden Schwestern sind meine Mitschwestern. Das Bild entstand bei der Demonstration anlässlich eines von „Fridays for Future“ (FFF) organisierten globalen Klimaaktionstags, an dem wir gemeinsam mit Tausenden von Menschen allen Alters durch die Würzburger Innenstadt zogen. Die Kongregation der Dienerinnen der heiligen Kindheit Jesu (Oberzeller Franziskanerinnen) ist seit 2019 Mitglied des Ökumenischen Netzwerks Klimagerechtigkeit (ÖNK). In diesem Netzwerk verbinden sich über 80 kirchliche Institutionen, unter anderem (Erz-)Bistümer, evangelische Landeskirchen, Adveniat, MISEREOR und die DOK, um „das kirchliche Engagement für Klimagerechtigkeit in Kirche, Politik und Gesellschaft [zu] stärken“. Aus diesem Netzwerk entwickelte sich im Mai 2019 die Initiative „Churches for Future“. Es handelt sich um einen losen Zusammenschluss von Kirchen und kirchlichen Organisationen, die sich mit den Anliegen von Fridays for Future solidarisieren und diese nach Möglichkeit unterstützen.

Doch weshalb sollte sich eine Ordensgemeinschaft für Umwelt- und Klimaschutz engagieren? ...

Den vollständigen Artikel von Sr. Beate lesen Sie hier im PDF: pdf2021-08_Klimagerechtigkeit_Sr_Beate_Krug.pdf

 Der Text erschien bereits in der Ordenskorrespondenz der Deutschen Ordensobernkonferenz.

 

Über das Engagement franziskanischer Ordensgemeinschaften in Sachen Klimaschutz hat kürzlich auch die Deutsche Franziskanerprovinz auf ihrer Homepage berichtet, zu diesem Artikel geht es hier.

Sie war gütig, freundlich, Gott und den Menschen zugewandt, immer mit einem Lächeln im Gesicht und noch auf dem Sterbebett für alles dankbar. Es gibt Menschen, über die man nur Gutes sagen kann. Schwester Lucentia gehört dazu.

Die WDR-Sendereihe "Diesseits von Eden" begleitet Christen und Gläubige anderer Religionen in Berichten, Reportagen, Interviews und Kommentaren. An Allerheiligen 2021 widmete sich Moderator Theo Dierkes dem Ordensleben, genauer gesagt dem "Ende der Klöster". Neben weiteren Ordensfrauen und -männern kommt auch Generaloberin Sr. Dr. Katharina Ganz vom Kloster Oberzell in einem eigenen Interview zu Wort.

Orden und Klöster stehen nicht gerade für Modernität - das sieht Sr. Katharina anders. Sie setzt sich ein für eine volle Frauengleichberechtigung in der katholischen Kirche - so wie ihr Orden sich immer für Frauen eingesetzt hat. Das Interview sowie den ganzen Beitrag der Sendereihe gibt es in der Mediathek:

Im Interview mit der Würzburger Mainpost schildert die Generaloberin der Oberzeller Franziskanerinnen ihre Eindrücke vom jüngsten Treffen des Synodalen Wegs in Frankfurt. Was sie am meisten überrascht hat und was ihr Sorgen bereitet.

Sie ist Beraterin im Forum "Frauen in Diensten und Ämtern" des Synodalen Wegs der katholischen Kirche in Deutschland. Die 1970 in Kitzingen geborene und in Willanzheim aufgewachsene Generaloberin der Oberzeller Franziskanerinnen in Zell am Main (Lkr. Würzburg) hat einen sehr positiven Eindruck von der jüngsten Vollversammlung in Frankfurt.

Sr. Juliana Seelmann hat den Würzburger Friedenspreis erhalten.

Angeklagt, verurteilt, ausgezeichnet – Schwester Juliana Seelmann von den Oberzeller Franziskanerinnen hat am Sonntag in einer berührenden Feierstunde den Würzburger Friedenspreis 2021 erhalten. Im Juni war sie vom Würzburger Amtsgericht wegen "Beihilfe zum unerlaubten Aufenthalt" schuldig gesprochen worden, weil sie zwei Frauen Kirchenasyl gewährte. Das Friedenspreis-Komitee ehrte die Ordensfrau nun im Burkardushaus für ihr „langjähriges, hartnäckiges und beispielhaftes Engagement für geflüchtete Menschen“. Das Preisgeld von 3000 Euro möchte Sr. Juliana der Arbeit in der Migrantenmedizin zur Verfügung stellen, da gäbe es Vieles, was nicht bezahlt werde.

Podiumsdiskussion: Sr. Dr. Katharina Ganz, Bischof Peter Kohlgraf und Theologie-Professor Martin Ebner über priesterliche Existenz heute

Veränderungen in der katholischen Kirche in Deutschland sind nicht mehr aufzuhalten. Davon ist Schwester Dr. Katharina Ganz überzeugt. Ob die Beschlüsse des synodalen Weges diese Veränderungen herbeiführen oder ob wenig Veränderungen letztlich pastoralen Ungehorsam bewirken, sei noch offen. Die Generaloberin der Oberzeller Franziskanerinnen ist Beraterin beim synodalen Weg, den die Bischofskonferenz zusammen mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) 2019 ins Leben gerufen hat, um die katholische Kirche in Deutschland zu erneuern. Sr. Katharina stand am Dienstagabend zusammen mit Bischof Dr. Peter Kohlgraf (Mainz) und Dr. Martin Ebner, emeritierter Professor für das Neue Testament, auf dem Podium im Aschaffenburger Martinushaus. Unter dem Titel „Priesterliche Existenz heute“ schilderten die Ordensfrau und der Bischof ihre Eindrücke von der zweiten Synodalversammlung in Frankfurt und diskutierten mit dem Bibelfachmann über grundlegende Fragen der katholischen Kirche. Die Moderation der Veranstaltung übernahm Martin Schwarzkopf, Chefredakteur des Main-Echo Aschaffenburg.

Elf Oberzeller Franziskanerinnen haben am Sonntag, 3. Oktober, in der Klosterkirche St. Michael ihr eisernes Professjubiläum gefeiert. Die Schwestern Ambrosiana Hierl, Animata Ort, Berthilde Weiß, Edelinde Defland, Genovefa Schmitt, Hermosila Müller, Rosa Drescher, Salesia Reußenzahn, Venantia Maier, Wiltrud Helldörfer und Winifred Eckel legten ihr Gelübde vor 65 Jahren ab. Die Jubiläumsfeier wurde mit Gästen aus den Heimat- und Wirkungsorten der Frauen begangen.

Die Aktion Mensch unterstützt die Arbeit der Oberzeller Franziskanerinnen mit 9.000 Euro im Haus Antonia Werr in der Würzburger Sanderau, das seit Ende 2019 generalsaniert wird. In der Einrichtung leben Frauen, die aufgrund schwieriger Lebensumstände oder psychischer Erkrankung Unterstützung benötigen. Sozialpädagoginnen helfen bei der Existenzsicherung, der Suche nach neuen Lebenskonzepten, der Neuausrichtung und vielem mehr.

Die Oberzeller Franziskanerinnen haben sich am globalen Klimastreik am 24. September 2021 beteiligt. Nach einem Gebet in diesem Anliegen bildeten die Schwestern gemeinsam mit Mitarbeiter*innen des Klosters sowie Schüler*innen, Eltern und Lehrer*innen der Montessori-Schule eine Menschenkette entlang der Klostermauer. Mit Abstand, doch verbunden durch lange, bunte Tücher, setzten sie ein Zeichen für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit. An der vielbefahrenen Straße bekundeten viele Vorbeifahrende durch Hupen, Winken oder „Daumen nach oben“ ihre Befürwortung der Aktion.

Es ist bereits einige Wochen her, dass die Landtagsabgeordnete der Grünen, Kerstin Celina, bei Generaloberin Sr. Dr. Katharina Ganz anklopfte und sie darum bat, für einen Podcast mit ihr zu sprechen. Unter dem Titel "Die Welt ein bisschen besser machen" veröffentlicht Kerstin Celina seit Anfang August Podcastfolgen mit Menschen, die sich in besonderem Maße für die Gesellschaft einbringen. Für ihre dritte Folge hat sie nun mit Sr. Katharina gesprochen.

Die Zeit drängt. Die Klimakrise bedroht uns alle, weltweit, unsere Mitwelt und viele zukünftige Generationen. Als Christ*innen ist es unsere ethische Verantwortung, alles in unserer Macht stehende zu tun, großes Leid für viele Menschen und die Zerstörung der Schöpfung abzuwenden. Die Kirchen in Deutschland setzen sich seit langem für Klimagerechtigkeit und Umweltschutz ein, aber dieses Engagement reicht oft nicht auf die Gemeindeebene und ist in der Öffentlichkeit kaum sichtbar. Viele Menschen sehen noch keinen Bezug zwischen ihrem Glauben, ihren christlichen Werten und der Klimakrise. Das will die Christians for Future Bewegung ändern.

Am 16. September 2021 startete die Kampagne für ein noch stärkeres Engagement für Klimagerechtigkeit in den Kirchen. An etwa 30 Orten in Deutschland wurden an diesem Tag zwölf zentrale Forderungen an die Leitungen der christlichen Kirchen übergeben, damit sie sich stärker in den klimapolitischen Dialog einbringen, in den eigenen Institutionen klimaneutral werden und Klimagerechtigkeit in Bildung, Pastoral und Liturgie stärker thematisieren.

Im Bistum Würzburg überreichte eine Delegation von Christians for Future, darunter auch Sr. Beate Krug, Nachhaltigkeitsbeauftragte im Kloster Oberzell, die Forderungen an Domkapitular Albin Krämer.

Eine ehemalige Bewohnerin schildert für uns ihre Erinnerungen an die Brandnacht in Würzburg.

 

Würzburg. Vom energischen Klopfen an ihre Zimmertür ist Sophie damals aufgewacht. „Feuer, Feuer“, schrie ihre Mitbewohnerin. Auf dem Dachboden brannte es bereits lichterloh. „Da war alles orange“, erinnert sich Sophie, deren Namen wir geändert haben, da sie anonym bleiben möchte. Es war die Nacht zum 15. September 2011, als ein Großbrand in der Würzburger Altstadt an mehreren Gebäuden immensen Schaden anrichtete. Zehn Jahre ist das jetzt her. Sophie war damals Bewohnerin der sozialtherapeutischen Wohngemeinschaft Berscheba, eine Einrichtung für Frauen mit psychischen Beeinträchtigungen. Die 29-Jährige, die ihren Alltag heute mit Beruf und eigener Wohnung wieder völlig selbstbestimmt meistert, erinnert sich noch genau an die traumatische Nacht und erzählt, wie sie die Erlebnisse verarbeitet hat.

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