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In erschütternder Weise zeigen Gutachten immer wieder das Ausmaß sexualisierter Gewalt im kirchlichen Umfeld. Seit 2010 erste Missbrauchsfälle von Ordensleuten am Canisius-Kolleg in Berlin aufgedeckt worden sind, beschäftigen sich Gemeinschaften in Deutschland mit der Aufarbeitung. 2020 wurden alle bisherigen Richtlinien in enger Abstimmung mit der Deutschen Bischofskonferenz überarbeitet und entsprechende Bestimmungen auch für die Ordensgemeinschaften erlassen. 13 Orden und Kongregationen, die im Bistum Würzburg tätig sind, haben 2021 daraufhin einen gemeinsamen Beraterstab ins Leben gerufen. Auf Anregung der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in der Diözese Würzburg (AAK) hatten die Ordensleute nun zu ihrem jüngsten Treffen im März zwei Vertreterinnen der Aufarbeitungskommission des Bistums eingeladen, um über eine Kooperation zu reden.

Vor einem Monat sind die russischen Truppen nach Putins Befehl in die Ukraine einmarschiert. Seitdem werden Städte bombardiert, Wohnviertel in Schutt und Asche gelegt und Millionen von Menschen von Strom, Wasser und Heizung abgeschnitten. Innerhalb weniger Wochen sind innerhalb von Europa so viele Menschen auf der Flucht wie seit 1945 nicht mehr. Die Bilder und Nachrichten von Putins Angriffskrieg in der Ukraine erschüttern uns. Oberzeller Schwestern, die selbst während oder nach dem Zweiten Weltkrieg fliehen mussten oder vertrieben worden sind, erinnern sich wieder an ihre eigene Geschichte und Not damals.

Die Oberzeller Franziskanerinnen haben sich am Freitag am globalen Klimastreik beteiligt, zu dem Fridays for Future zusammen mit vielen weiteren Verbündeten aufgerufen hatten. Die Schwestern bildeten mit Mitarbeiter*innen des Klosters sowie Schüler*innen und Eltern der Montessori-Schule und weiteren Gleichgesinnten eine Menschenkette entlang der Klostermauer. Mit Abstand, doch verbunden durch lange, bunte Tücher, setzten sie ein Zeichen für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit - und in diesem Jahr ganz besonders für den Frieden. Im Anschluss trafen sich die Teilnehmer*innen in der Klosterkirche für ein gemeinsames Friedens- und Klimagebet.

Ordensschwestern und Schüler*innen der Montessori-Schule beteiligen sich gemeinsam an der Müll-Sammel-Aktion putz.munter im Landkreis Würzburg  

Um die Zukunft der Kirche geht es Sr. Katharina Ganz. Und die hat ohne Frauen eben keine Zukunft. So auch der Titel ihres Buches „Frauen stören und ohne sie hat die Kirche keine Zukunft“ . Ein provokanter Titel, der aufzeigen will, was derzeit in der Kirche auf dem Spiel stehe. In der Abteikirche Münsterschwarzach hat sie im Februar aus ihrem Buch vorgelesen. Der BuchBesuch, eine Veranstaltungsreihe, die traditionell in der Klosterbuchhandlung stattfindet, musste aufgrund der vielen Anmeldungen in die Kirche verlegt werden. 

"In deinem Haus zu Gast – Kirchen(t)räume entdecken“ lautet das Thema der diesjährigen Fastenpredigten in der Basilika Vierzehnheiligen. Generaloberin Sr. Dr. Katharina Ganz wird die Predigt am vierten Fastensonntag halten.
Beginn ist jeweils sonntags um 14 Uhr mit einer fastenzeitlichen Vesper, in die die jeweilige Predigt eingebettet ist.

Allmächtiger Gott, himmlischer Vater,
wir beklagen vor Dir den Krieg in der Ukraine.
Du kannst die Herzen der Menschen wenden.
Lass sie Frieden suchen statt Krieg,
gegenseitige Hilfe statt Vorherrschaft,
und Gerechtigkeit statt eigenem Vorteil.
Zeige den Verantwortlichen und Mächtigen den Weg des Friedens.
Wir beten für ALLE, die in diesem Krieg besonders zu leiden haben;
und wir denken im Gebet an ALLE, die jetzt auf der Flucht sind...
Herr, schenke uns Frieden!

Ganz überraschend rief Gott am Samstag, den 26. Februar 2022 unsere Mitschwester M. Linhildis Metz in seinen ewigen Frieden. Sr. Linhildis wurde am 2. Dezember 1933 in Katzenbach, Gemeinde Burkardroth/Rhön, geboren und auf den Namen Erna getauft. Sie wuchs mit vier Geschwistern auf einem Bauernhof in einem religiösen Elternhaus auf.

Bei der Synodalversammlung in Frankfurt Anfang Februar 2022 wurden wegweisende Texte verabschiedet. Der Reformprozess der katholischen Kirche in Deutschland ist einen großen Schritt vorangekommen. Generaloberin Sr. Dr. Katharina Ganz, die als Beraterin im Forum "Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche" den Synodalen Weg begleitet und in Frankfurt dabei war, sprach sogar von einem Meilenstein, von einem historischen Moment und bahnbrechenden Ereignis. Sie fordert aber auch, dass diesen Worten nun Taten folgen.

Sr. Katharina Ganz berichtet live von der Dritten Synodadalversammlung

In Frankfurt hat am 3. Februar die dritte Synodalversammlung begonnen. Bis Samstag wird dort über die Zukunft der katholischen Kirche diskutiert. Generaloberin Sr. Dr. Katharina Ganz ist als Beraterin im Forum „Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche“ mit dabei. Zudem ist sie in der Antragskommission, die die Änderungswünsche zum Handlungstext "Frauen im sakramentalen Ordo" bearbeitet hat und den Synodalen zur Abstimmung bestimmte Voten vorlegt. Sie berichtet bis Samstag live von den Diskussionen und Ergebnissen.

Im Sankt Raphaelsheim am Haugerring 9 in Würzburg finden wohnungslose Frauen seit Anfang 2022 nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern auch intensive Unterstützung. „Frauenobdach Plus“ nennt sich das Modellprojekt, für das die Stadt Würzburg mit den Oberzeller Franziskanerinnen kooperiert. Das Besondere: Die sozialpädagogische Begleitung der untergebrachten Frauen geht deutlich über die Grundleistungen hinaus, zu denen jede Kommune verpflichtet ist. Das Modellprojekt wird aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales gefördert. Zudem gibt es finanzielle Unterstützung aus der Stiftung Obdachlosenhilfe Bayern.

Jemanden an der Seite haben, mit dem man vertrauensvoll über berufliche Themen sprechen kann und der einem ehrliches Feedback gibt - mit dieser Erwartung ist Eva Pscheidl in das Programm „Kirche im Mentoring - Frauen steigen auf“ gestartet. Als Mentorin suchte sie sich Schwester Dr. Katharina Ganz aus, Generaloberin der Oberzeller Franziskanerinnen. Seit der Auftaktveranstaltung Ende September 2021 sind inzwischen drei Monate vergangen. Nach einigen Treffen verraten Eva Pscheidl und Sr. Katharina, dass sie beide von diesem Austausch profitieren.

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