Eine Ordensschwester geht die Steintreppe im barocken Konventbau herunter. Das Kunstschmiedeportal im Hintergrund.

Synodaler Weg in Deutschland offiziell beendet – gemeinsamer Weg geht weiter

Schwester Katharina Ganz in Stuttgart beim Synodalen Weg

 

Nach sechs Jahren ist der Synodale Weg der katholischen Kirche in Deutschland an diesem Wochenende in Stuttgart zu Ende gegangen. Mit dabei war auch Sr. Dr. Katharina Ganz, ehemalige Generaloberin der Oberzeller Franziskanerinnen. 

Vom 29.-31. Januar traf sich die Synodalversammlung, um auszuwerten, wie weit die Umsetzung der vor drei Jahren getroffenen Beschlüsse inzwischen fortgeschritten ist und eine von der pastoraltheologischen Fakultät der Universität Eichstätt durchgeführte Evaluation wurde vorgestellt. Auch in Zukunft soll das Monitoring fest verankert bleiben in der Weiterarbeit. Am Ende verabschiedete die Versammlung noch eine Erklärung, in der sie festhält, was in den vergangenen Jahren erreicht worden ist und wie sich die katholische Kirchen in Zukunft weiter einsetzen möchte, um sexualisierte Gewalt zu überwinden und die Botschaft der Hoffnung in die gegenwärtigen Phänomene von Krieg und Frieden, Armut und Unwetterkatastrophen sowie bei zunehmender Technologisierung einbringen möchte.

Das gemeinsame Beraten und Beschlüsse fassen von Bischöfen und weiteren Gläubigen soll fortgesetzt werden. Eine Satzung ist erarbeitet, der Wahlmodus für die Besetzung der zukünftigen Synodalen Konferenz wurde festgelegt. Die Präsenz von jungen Menschen (U 30), Frauen (50% der wählbaren Mitglieder) und Mitgliedern der muttersprachlichen Gemeinden in Deutschland wurde geachtet.

Sr. Katharina zieht insgesamt ein positives Fazit: „Wir haben in den vergangenen Jahren einen Kulturwechsel erlebt. Es ist gelungen, offen über alle Themen kontrovers zu diskutieren, gemeinsam den Glauben zu feiern und Wege zu suchen die christliche Botschaft wieder so zu verkünden, dass Menschen in den gegenwärtigen Krisen unserer Zeit Mut, Hoffnung und Perspektiven eröffnet werden.“ Auch wenn die Aufarbeitung von Missbrauch noch längst nicht abgeschlossen ist, sei im Bereich der Prävention, Intervention und Anerkennung erlitten Leids viel erreicht worden.

Einig waren sich in Stuttgart alle, dass der Synodale Weg offiziell zu einem Abschluss gelangt, der gemeinsame Weg aber weitergeführt werden soll. Formal müssen die Bischöfe bei ihrer Frühjahrsvollversammlung die erarbeitete Satzung noch genehmigen und die zuständige Behörde im Vatikan diese anerkennen. Die Gespräche sind hier aber in den vergangenen Jahren mit großer Intensität und wachsendem Vertrauen geführt worden.

Mit lang anhaltendem Applaus dankten stellvertretend für die Versammlung Reinhard Kardinal Marx und Thomas Sternberg am Ende Bischof Georg Bätzing und Irme Stetter-Karp sowie dem gesamten Präsidium für die geleistete Arbeit. „Sie haben die Sache gut weitergeführt“, resümierte Marx, der vor sechs Jahren den Anstoß gegeben hatte, dass die Bischöfe zusammen mit dem Zentralkomittee der Deutschen Katholiken gemeinsam die systemischen Ursachen aufarbeiten, die sexualisierte Gewalt in der Kirche und die Vertuschung der Taten ermöglicht haben.

Sehr hilfreich sei auch das „Gespräch im Geiste“ gewesen, wie Sr. Katharina schilder: Es ist eine Methode der Weltsynode, bei der Momente des Innehaltens dazu beitragen, dass die Gespräche in Kleingruppen das Gehörte vertiefen und neue Einsichten wachsen.