
Für seinen langjährigen Einsatz im Fledermausschutz wurde das Kloster Oberzell mit der „Fledermausplakette“ des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz ausgezeichnet. Sr. Margot Schmitt nahm in Vertretung der Oberzeller Franziskanerinnen die Ehrung im Dezember 2025 im Landratsamt Würzburg von Landrat Thomas Eberth entgegen. Die Plakette „Fledermäuse willkommen“ wurde nun an der Klosterkirche angebracht – als Zeichen des gelebten Artenschutzes und als Einladung, dem Beispiel zu folgen.
Seit 2017 engagiert sich die Oberzeller Ordensgemeinschaft aktiv für den Schutz der nachtaktiven Tiere. Zwei regelmäßige Kontrollen auf dem Klostergelände – im Sommer auf den Dachböden und im Winter in den Gewölbekellern – liefern wertvolle Daten zu den dort lebenden Arten. Durchgeführt werden die Begehungen vom Naturwissenschaftlichen Verein Würzburg durch Claudia Bolte in Kooperation mit der Koordinationsstelle in Erlangen, die die Funde dokumentiert und mit früheren Erhebungen vergleicht.
Im Speicher des Mutterhauses finden sich fast jedes Jahr Kotspuren, die auf die Nutzung der Dachräume als Sommerquartier hinweisen – zuletzt sogar in deutlich größerem Umfang als in den Vorjahren. Bei den Winterkontrollen in den Kellerräumen werden regelmäßig Fledermäuse wie das Große Mausohr, vereinzelt auch Mopsfledermäuse oder Breitflügelfledermäuse, beobachtet. Zusätzlich erfasst ein sogenannter Batcorder einmal im Jahr die Ultraschallrufe der Tiere auf dem Gelände.
Auch verletzte Fledermäuse finden im Kloster immer wieder Hilfe: Dank der Zusammenarbeit mit Fledermausberaterin Claudia Bolte können sie versorgt und später wieder in ihrer gewohnten Umgebung freigelassen werden.
Claudia Bolte freut sich über das Engagement des Klosters: „Mit der Fledermausplakette ist ein Zeichen, dass hier Rücksicht genommen wird und Lebensräume geschaffen werden und sie soll gleichzeitig andere ermutigen, dies ebenfalls zu tun.“
In Bayern leben insgesamt 25 verschiedene Fledermausarten, von denen 18 auch im Landkreis Würzburg vorkommen. Die Wälder und Grotten der Region bieten ideale Bedingungen für die nachtaktiven Tiere. Zahlreiche Arten haben sich zudem an das Leben in Menschennähe angepasst: Sie beziehen Dachböden, Keller, Mauerspalten oder Hohlräume in Gebäuden als Unterschlupf. Durch Neubauten, Sanierungen und Renovierungen gehen jedoch viele dieser Quartiere verloren. Wer mehr über den Schutz der Fledermäuse erfahren möchte, kann sich an die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamts Würzburg wenden (E-Mail: naturschutz@lra-wue.bayern.de).

Fledermausberaterin Claudia Bolte mit Plakette, Alexander Gittel, Vorarbeiter des Handwerker-Teams und Sr. Margot Schmitt mit Urkunde.
