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100 Mitarbeitende der katholischen Kirche in Deutschland haben sich mit der Initiative „Out in Church“ am heutigen Montag als queer geoutet. Sie fordern ein Ende ihrer Diskriminierung. Die Oberzeller Franziskanerinnen solidarisieren sich mit dieser Aktion. Der Sendungsauftrag der Kongregation fordert dazu auf, sich von der Lebenswirklichkeit der Menschen berühren zu lassen und die Würde jedes Menschen zu achten. Deshalb möchten die Oberzeller Schwestern sowie alle Mitarbeitende des Klosters dazu beitragen, die Diskriminierung zu überwinden, der Menschen ausgesetzt sind, wenn sie anders leben oder lieben.

Die katholische Kirche tut sich mit den Realitäten noch immer schwer. Das gilt auch für den Umgang mit den Loyalitätsobliegenheiten des kirchlichen Arbeitsrechtes. Noch immer ist es möglich, als kirchlicher Arbeitgeber Menschen zu kündigen, wenn sie geschieden wiederverheiratet sind oder wenn Homosexuelle vor dem Standesamt heiraten. Solange sie im Verborgenen zusammenleben und es nicht öffentlich wird, dass ihre Lebensform nicht der kirchlichen Morallehre entspricht, wird ihre Lebensweise stillschweigend geduldet. Diese Form der Verlogenheit wollen die Oberzeller Franziskanerinnen nicht länger mittragen.

Gemäß ihres Sendungsauftrages achten sie die Würde jedes Menschen. Dies schließt ALLE Menschen ein, völlig unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung bzw. Identität. Sie stellen sich bewusst an ihre Seite und treten für ihre Rechte ein.

Die Initiative „Out in Church“ fordert eine Änderung des kirchlichen Arbeitsrechts, so dass die sexuelle Orientierung und die geschlechtliche Identität künftig kein Kündigungsgrund mehr sind. Außerdem sollen diffamierende Aussagen aus der kirchlichen Lehre gestrichen werden. Der Zugang zu den katholischen Sakramenten und zu allen Berufsfeldern der Kirche dürfe ihnen nicht mehr vorenthalten werden. Das Netzwerk ruft alle betroffenen Personen, die haupt- oder ehrenamtlich für die katholische Kirche tätig sind, dazu auf, sich der Initiative anzuschließen. An die Bischöfe geht der Appell, öffentlich ihre Unterstützung zu erklären.

 

Die Doku über die Initiative ist in der ARD-Mediathek abrufbar: "Wie Gott uns schuf"

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