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„Churches for Future“ rufen zu Solidarität und zum Mitmachen auf.

Hamburg/Berlin/Würzburg - Gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen weltweit sind auch Kirchen und kirchliche Einrichtungen Teil eines breiten Bündnisses von gesellschaftlichen Gruppen und Umweltinitiativen, die sich für Klimagerechtigkeit einsetzen. Wir sind dazu aufgerufen, am 20. September unsere Stimme zu erheben und den globalen Klima-Aktionstag zu unterstützen. Mitglieder des Ökumenischen Netzwerks Klimagerechtigkeit haben „Churches for Future“ initiiert, mehr als 50 Landeskirchen, kirchliche Einrichtungen, Dienste und Werke haben diesen Aufruf bereits unterzeichnet. „Wir als Kirchen und kirchliche Organisationen zollen den Protestierenden großen Respekt und unterstützen die Anliegen der jungen Generation“, heißt es dort.

Bundesweit beteiligen sich Kirchengemeinden und kirchliche Initiativen am 20. September mit Aktionen, Andachten, Gebeten, dem Läuten von Kirchenglocken oder durch die Unterstützung von Demonstrationen vor Ort.

Auch die Oberzeller Franziskanerinnen sind Mitglied im Ökumenischen Netzwerk Klimagerechtigkeit und setzen am 20. September Zeichen. Der Aktionstag fällt in die Schöpfungszeit, die die verschiedenen christlichen Kirchen jährlich vom 1. September bis 4. Oktober begehen. Das Gebet für alles von Gott Geschaffene und für die, die sich für die Bewahrung der Schöpfung einsetzen, wird an diesem Freitag besonderen Raum einnehmen. Darüber hinaus werden Schwestern der Kongregation an der Klimademonstration in Würzburg teilnehmen, die um 11 Uhr am Bahnhofsvorplatz beginnt. Täglich um 11:55 Uhr läuten die Glocken im Kloster Oberzell zur Erinnerung an die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus. An diesem Tag können sie darüber hinaus Gläubigen wie Nicht-Gläubigen ins Bewusstsein rufen, dass es für das Klima 5 vor 12 ist, denn „Das Klima ist ein gemeinschaftliches Gut von allen und für alle“, wie Papst Franziskus in seiner Enzyklika Laudato Si’ schreibt.

Mit diesen Aktionen verbinden die Unterzeichnenden von Churches for Future auch die Erwartung an das „Klimakabinett“ der Bundesregierung, das am 20. September 2019 über die Maßnahmen entscheiden soll, die Klimapolitik in Deutschland auf den richtigen Weg zu bringen. Am 23. September beginnt außerdem der UN-Klimagipfel in New York.

Kathrin Schroeder, Referentin für Energiepolitik des katholischen Hilfswerks MISEREOR: „Von der Arbeit im Klimakabinett hängt letztendlich ab, was Bundeskanzlerin Merkel am 23. September beim „Climate Action Summit“ des UN-Generalsekretärs im Gepäck haben wird. Es ist gut, dass die Bundesregierung die Verbesserung der Klimaziele für die Europäische Union unterstützt. Jetzt müssen in Deutschland die Taten folgen, damit das auch Realität werden kann.“

Thomas Kamp-Deister, Referent für Schöpfungsbewahrung im Bistum Münster: „In seiner Enzyklika ‚Laudato Si‘ hat Papst Franziskus deutlich gemacht, dass die Länder im Globalen Norden gegenüber den Ländern, die die Auswirkungen des Klimawandels jetzt schon spüren, in einer ‚ökologische Schuld‘ stehen. Wirksamer Klimaschutz muss auch dazu beitragen, gerechte Entwicklungschancen und Anpassung an die Folgen des Klimawandels für ärmere Menschen zu unterstützen.“

Katja Breyer, Beauftragte für den Kirchlichen Entwicklungsdienst der Ev. Kirche von Westfalen: „Deutschland hat sich den Zielen des Pariser Klimaabkommens verpflichtet. Um diese zu erreichen, ist die Umsetzung eines sozial verträglichen Kohleausstiegs in Deutschland entscheidend. Wir erwarten von dem Klimakabinett, dass es jetzt mit den Empfehlungen für ein "Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen" den Kohleausstieg gesetzlich regelt. Ohne ein Zeichen in diese Richtung wird Bundeskanzlerin Merkel in New York nicht glaubwürdig auftreten können.“

Sabine Minninger, Referentin für Klimapolitik bei „Brot für die Welt“ betonte: „Unsere Partnerinnen und Partner zum Beispiel auf den Pazifikinseln sehen ihre Heimat schon heute durch den Anstieg des Meeresspiegels und immer schlimmere Wirbelstürme bedroht. Wir fordern vom Klimakabinett, dass es endlich Maßnahmen beschließt, die der Ernsthaftigkeit der globalen Herausforderung Klimakrise angemessen sind. Aus den Ergebnissen des Sonderberichts des Weltklimarats wissen wir: jedes Zehntelgrad weniger globale Erwärmung kann in Zukunft die Rettung für viele Menschen und Ökosysteme bedeuten.“

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