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Echter Lavendel beruhigt das Gemüt, sorgt für Gelassenheit und Ausgeglichenheit. Er ist ein wahres Wundermittel, auch im Oberzeller Kräutergarten zu finden und hilft als Öl oder Riechsalz.

Die Wahrheit zu ergründen und anzunehmen braucht den klaren Kopf des Detektivs, die Gelassenheit eines weisen, erfahrenen Menschen, die Tapferkeit von Journalist*innen in einer Diktatur und den hoffnungsvollen Blick junger Eltern in die Zukunft. Es sind viele Talente gefordert, um Wahrheit zu akzeptieren und mit ihr zu leben. Bisweilen recht unangenehm, lässt sie sich nicht ändern. Allein die innere Haltung und der Umgang damit sind gestaltbar: ruhig oder hektisch, zuversichtlich oder sorgenvoll, ängstlich oder mutig, mit Humor oder Selbstzweifel. Tiefes Ein- und Ausatmen, das Wahrnehmen der Natur, Beten oder Singen sind einige der vielen kleinen Soforthilfen für überfordernde Lebenssituationen. Reichen diese nicht aus gibt es wertvolle pflanzliche Hilfen, wie den Echten Lavendel (lat. Lavandula angustifolia oder officinalis).
Gerade wenn innere Ruhe und Gelassenheit fehlen und der Körper überlastet ist, wirkt Lavendel unterstützend. Bei nervös bedingten, so genannten funktionellen Beschwerden sind die Organe gesund, es treten aber Belastungsstörungen auf. Das kann nervös bedingte Herzbeschwerden, Kopfschmerzen, Kreislaufbeschwerden, Magen- und Darmkrämpfe oder Schlaflosigkeit bedeuten. Die beruhigende, leicht angstlösende und schlaffördernde Wirkung des Lavendels zeigt sich in traditionellen Anwendungen wie Riechsalz – zusammen mit Rosmarin und Kampfer – oder als Lavendelöl. Aktuelle wissenschaftliche Studien bestätigen diese Wirkungen. So verlängerte sich in einer Lavendelölatmosphäre bei älteren Proband*innen die Schlafdauer. Hochdosiertes Lavendelöl in Kapseln reduziert neben anderem die morgendliche Müdigkeit oder mindert ängstliche Unruhe. Es verbessert die Stimmung in Belastungssituationen und linderte nach sechswöchiger Einnahmedauer Schlafstörungen im Zusammenhang mit psychischer Belastung.

Vielfalt des Lavendel
Aber Achtung beim Kauf von Lavendelöl: Nur das ätherische Öl des Echten Lavendels lindert nervöse Beschwerden und Unruhe. Mischungen mit anderen Ölen wirken vielleicht aufgrund ihres höheren Gehaltes an Kampfer erfrischend, eignen sich jedoch nicht für Heilzwecke, sondern finden ihre Verwendung in Massageölen oder Reinigungsmitteln. Auf dem Flaschenetikett des beruhigenden ätherischen Öls muss der lateinische Name des Echten Lavendels (lat. Lavandula angustifolia oder officinalis) mit dem Zusatz ‚100 Prozent reines ätherisches Öl, gewonnen durch Wasserdampfdestillation‘, aufgeführt sein. 

Lavendel zuhause
Nachdem der Echte Lavendel in den Bergregionen Frankreichs und Spaniens zwischen 800 und 1800 Metern Höhe beheimatet ist, überwintert er im Vergleich zu anderen Arten zum Glück besonders gut. Er verträgt direkte Sonnenstrahlen, kommt mit Trockenheit zurecht und benötigt allgemein wenig Pflege. Er freut sich über regelmäßige Düngergaben, vor allem im Frühjahr, sowie einen Formschnitt. Ist dieser nötig, sollte er im Frühjahr vor dem Austrieb erfolgen. Lavendelblüten werden zur Vollblüte geerntet und am besten möglichst schnell in der Sonne bei einer Temperatur unter 60°C getrocknet.

Anwendungen:
Schlafförderndes Lavendelbad:
Für ein Vollbad vier bis acht Tropfen ätherisches Öl mit drei Esslöffeln Sahne vermengen und dem Badewasser hinzufügen. Als Badedauer empfiehlt sich 30 bis 60 Minuten.

Entspannendes Massageöl:
15 Tropfen ätherisches Öl mit 100 ml Mandelöl vermengen. Im Oberzeller Auszeitöl ist Lavendelöl mit anderen stressmindernden, aufbauenden ätherischen Ölen kombiniert, die ebenfalls sehr gut hautverträglich sind.

Lavendelkompressen:
Bei Kopfschmerzen ein bis drei Tropfen Öl in einem halben Liter Wasser verquirlen, Kompresse eintauchen, auswringen und auf die Stirn legen.

Katharina Mantel
Apothekerin

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