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Eine Woche vor dem weltweiten Klimastreik lud die Katholische Akademie in Bayern zu einer Veranstaltung mit dem Titel „Churches for Future?“ („Kirchen für die Zukunft?“) ein. Der Titel ist an den Namen „Fridays for Future“ („Freitage für die Zukunft“) angelehnt.

Bei der Veranstaltung in der Katholischen Akademie präsentierten Michael Kröpfl als Vertreter von #FridaysForFuture München und Michael Kusterer von ParentsForFuture ihre Forderungen an die Kirchen. Neben der generellen Unterstützung der Forderungen der Umweltbewegung sollten

  • Mitarbeitende der Kirchen bei Dienstreisen konsequent auf Inlandsflüge verzichten,
  • Klimaschutz in alle Lehrpläne des Religionsunterrichts aufgenommen bzw. stärker gewichtet werden,
  • regelmäßig Gottesdienste zum Klimaschutz stattfinden und
  • kirchliche Organisationen kein Geld mehr in Firmen anlegen, die Gewinne aus fossilen Energieträgern erwirtschafteten.

Danach erklärte Prof. Dr. Ottmar Edenhofer, Direktor des Potsdam-Institut für Klimafolgen­forschung, sehr anschaulich das Problem des Klimawandels und des steigenden Ausstoßes an klimaschädlichen Gasen, speziell Kohlendioxid (CO2). Wenn das im Pariser Klimaabkommen gesetzte Ziel einer weltweiten Erwärmung von maximal 2°C noch erreicht werden solle, müssten spätestens im Jahr 2050 die CO2-Emissionen komplett Null sein. Prof. Edenhofer verglich die Atmosphäre mit einer wilden Deponie, in der jeder Mensch ungehindert abladen kann. Allerdings sei diese Deponie nur begrenzt aufnahme­fähig. Sie könne weniger an CO2 aufnehmen, als noch an fossilen Brennstoffen (Kohle, Öl, Erdgas) im Boden vorhanden ist. Aus dieser Sichtweise hätten wir nicht eine Knappheit an fossilen Brennstoffen, sondern einen Überschuss.

Klimafreundliches Verhalten sollte aus ethischer Einsicht erfolgen. Prof. Edenhofer zitierte hier die Enzyklika Laudato Si': „Das Klima ist ein gemeinschaftliches Gut von allen und für alle“ (LS 23) und verweist auf die Einflussmöglichkeiten, die die Kirchen weltweit hier habe.

Das Referat von Prof. Edenhofer können Sie hier nachhören. (Weiterleitung zur Internetseite www.kath-akademie-bayern.de)

Im Anschluss diskutierten der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick, Prof. Dr. Ottmar Edenhofer und die Autorin des Buches „Kant und das Klima“, Dr. Christine Heybl, die Forderungen von #FridaysForFuture und suchten nach Wegen, die Anliegen umzusetzen.

In zwei Workshops wurde das gehörte vertieft. Die Veranstaltung schloss mit einer ökumenischen Vesper zum Thema Schöpfung.

Auf der Internetseite der Katholischen Akademie in Bayern finden Sie zur Veranstaltung einen Artikel sowie ein kurzes Video. (Weiterleitung zur Internetseite www.kath-akademie-bayern.de)

Sr. Beate Krug

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