Wunsch zu Weihnachten und Neujahr

Am 30. Juli 1854 schrieb Antonia Werr in einem Brief, von welchen Prinzipien sie sich bei ihrem Neubeginn leiten lässt: „Alles Große hat klein begonnen, und so will ich es auch machen, ich will nebst meinem Dienstmädchen noch zwei arme, aber ganz tüchtige Personen nehmen, so daß wir also zu vier an der Zahl wären; … diese sollen nun das Fundament meines Unternehmens bilden, und zu dem Zwecke miethe ich mir ein Häuschen mit Garten in Würzb[urg], nehme diese zu mir und vier Sträflinge dazu und beginne ganz in der Armuth von der Arbeit der Hände uns nährend, mein Werk.“

Klein hat sie angefangen, mit drei Helferinnen, in Armut, mit eigener Hände Arbeit und in Miete, geleitet von einem unerschütterlichen Vertrauen auf Gott, der in seiner Menschwerdung im Stall von Bethlehem auch klein begonnen hat. 165 Jahre nach dem Anfang, den unsere Gründerin gewagt hat, sucht auch die katholische Kirche in Deutschland im Synodalen Weg nach einem Neuanfang angesichts der massiven Erschütterungen und des Verlusts von Glaubwürdigkeit. Und nicht zuletzt fordern die immer deutlicher zutage tretenden Folgen eines rücksichtslosen Umgangs mit der Schöpfung zu einem Umdenken und radikalen Neubeginn auf, wenn die Menschheit auf dieser Erde überleben soll.

Von Herzen wünsche ich im Namen unserer Ordens- und Dienstgemeinschaft ein gesegnetes Weihnachtsfest und – trotz aller Probleme und Sorgen allerorten – einen hoffnungsfrohen Start ins Neue Jahr.

Sr. Katharina Ganz
Generaloberin