headeroberzell

Es ist bereits einige Wochen her, dass die Landtagsabgeordnete der Grünen, Kerstin Celina, bei Generaloberin Sr. Dr. Katharina Ganz anklopfte und sie darum bat, für einen Podcast mit ihr zu sprechen. Unter dem Titel "Die Welt ein bisschen besser machen" veröffentlicht Kerstin Celina seit Anfang August Podcastfolgen mit Menschen, die sich in besonderem Maße für die Gesellschaft einbringen. Für ihre dritte Folge hat sie nun mit Sr. Katharina gesprochen.

Die Zeit drängt. Die Klimakrise bedroht uns alle, weltweit, unsere Mitwelt und viele zukünftige Generationen. Als Christ*innen ist es unsere ethische Verantwortung, alles in unserer Macht stehende zu tun, großes Leid für viele Menschen und die Zerstörung der Schöpfung abzuwenden.

Die Kirchen in Deutschland setzen sich seit langem für Klimagerechtigkeit und Umweltschutz ein, aber dieses Engagement reicht oft nicht auf die Gemeindeebene und ist in der Öffentlichkeit kaum sichtbar. Viele Menschen sehen noch keinen Bezug zwischen ihrem Glauben, ihren christlichen Werten und der Klimakrise. Das will die Christians for Future Bewegung ändern.

Am 16. September 2021 startet die Kampagne für ein noch stärkeres Engagement für Klimagerechtigkeit in den Kirchen. An etwa 30 Orten in Deutschland wurden an diesem Donnerstag zwölf zentrale Forderungen an die Leitungen der christlichen Kirchen übergeben, damit sie sich stärker in den klimapolitischen Dialog einbringen, in den eigenen Institutionen klimaneutral werden und Klimagerechtigkeit in Bildung, Pastoral und Liturgie stärker thematisieren.

Auch im Bistum Würzburg überreichte heute eine Delegation von Christians for Future, darunter auch Sr. Beate Krug, Nachhaltigkeitsbeauftragte im Kloster, die Forderungen an Domkapitular Albin Krämer.

Eine ehemalige Bewohnerin schildert für uns ihre Erinnerungen an die Brandnacht in Würzburg.

 

Würzburg. Vom energischen Klopfen an ihre Zimmertür ist Sophie damals aufgewacht. „Feuer, Feuer“, schrie ihre Mitbewohnerin. Auf dem Dachboden brannte es bereits lichterloh. „Da war alles orange“, erinnert sich Sophie, deren Namen wir geändert haben, da sie anonym bleiben möchte. Es war die Nacht zum 15. September 2011, als ein Großbrand in der Würzburger Altstadt an mehreren Gebäuden immensen Schaden anrichtete. Zehn Jahre ist das jetzt her. Sophie war damals Bewohnerin der sozialtherapeutischen Wohngemeinschaft Berscheba, eine Einrichtung für Frauen mit psychischen Beeinträchtigungen. Die 29-Jährige, die ihren Alltag heute mit Beruf und eigener Wohnung wieder völlig selbstbestimmt meistert, erinnert sich noch genau an die traumatische Nacht und erzählt, wie sie die Erlebnisse verarbeitet hat.

Sechs Jahre lang arbeitete Julia Scharnagl im Kinderheim der Oberzeller Schwestern in Südafrika. Anfang Juni kehrte sie mit ihrer Familie nach Deutschland zurück – alle drei halb Europäer, halb Afrikaner. Ehemann Daniel Scharnagl ist Journalist und Autor, er hat die Eindrücke und Erlebnisse nach der Rückkehr für uns festgehalten:

 

Als wir 2015 nach Südafrika aufbrachen, war die Welt noch eine andere: In Deutschland ahnte noch niemand etwas von einer Flüchtlingswelle, das Wort Brexit gab es nicht und Donald Trump war ein TV-Clown, den niemand ernst nahm. Auch von einem Corona-Virus, das die Welt über Jahre in Beschlag nehmen würde, wusste keiner etwas. Klar war nur, dass sich unser Leben verändern würde: Von der Münchner Innenstadt ins afrikanische Zululand, wo wir im Auftrag der Oberzeller Schwestern und der Entsendeorganisation AGIAMONDO im Kinderheim St. Joseph arbeiten würden.

Im neuen Heft der Grünen Schriftreihe der Missionszentrale der Franziskaner e.V. schreibt Sr. Dr. Katharina Ganz einen Beitrag zum Thema Geschwisterlichkeit und soziale Freundschaft.

In ihrem Artikel beleuchtet sie das „Gerichtsurteil nach Gewährung von Kirchenasyl für zwei Frauen aus Nigeria“ und sieht darin einen Praxistest für die Sozialenzyklika Fratelli tutti von Papst Franziskus.

Sie wollte als Missionarin ins Ausland gehen. Das wusste Schwester Rosa Drescher (86) schon als Jugendliche. Woher dieser Wunsch kam, kann sie heute nicht mehr erklären. Aber sie spürt noch immer, wie wichtig ihr das war. Sie hat sich ihren Wunsch erfüllt. 1951 trat sie der Ordensgemeinschaft der Oberzeller Franziskanerinnen bei und folgte 1961 dem Ruf ins Ausland. Stolze 60 Jahre lebte sie in Südafrika. Anfang Juli kam die 86-Jährige zurück nach Deutschland, um ihren Lebensabend bei ihren Mitschwestern im Antoniushaus des Klosters Oberzell zu verbringen.

Bei den Franziskanerinnen in Oberzell geht das Wissen um Heilpflanzen, Tees und Salben nicht verloren.

Im Juni stand die Oberzeller Franziskanerin Juliana Seelmann noch vor Gericht, weil sie zwei geflüchteten Frauen aus Nigeria Kirchenasyl gewährte. Ihr Engagement für geflüchtete Menschen wird nun mit dem Würzburger Friedenspreis ausgezeichnet, der mit 3000 Euro dotiert ist. Die Verleihung soll am 10. Oktober in Würzburg stattfinden.

Eine bunte franziskanische Truppe aus verschiedensten Gemeinschaften und Interessierten kam zusammen, um sich mit dem Thema „Unsere Zukunft: Einfach leben?!“ zu beschäftigen. Vorträge und Workshops zeigten auf, wie ein nachhaltiger Lebensstil gelingen kann. In Praxisbeispielen wurde klar, wie das Credo „Ich – sofort – alles“ in die Erfahrung „Wir – nachhaltig – einfach“ überführt werden kann.

"Keine Abschiebungen nach Afghanistan" - diesen Appell habe ich gerne mit meiner Unterschrift unterstützt und hoffe sehr, dass er von Politiker*innen gehört wird.

­