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Die Zeit drängt. Die Klimakrise bedroht uns alle, weltweit, unsere Mitwelt und viele zukünftige Generationen. Als Christ*innen ist es unsere ethische Verantwortung, alles in unserer Macht stehende zu tun, großes Leid für viele Menschen und die Zerstörung der Schöpfung abzuwenden. Die Kirchen in Deutschland setzen sich seit langem für Klimagerechtigkeit und Umweltschutz ein, aber dieses Engagement reicht oft nicht auf die Gemeindeebene und ist in der Öffentlichkeit kaum sichtbar. Viele Menschen sehen noch keinen Bezug zwischen ihrem Glauben, ihren christlichen Werten und der Klimakrise. Das will die Christians for Future Bewegung ändern.

Am 16. September 2021 startete die Kampagne für ein noch stärkeres Engagement für Klimagerechtigkeit in den Kirchen. An etwa 30 Orten in Deutschland wurden an diesem Tag zwölf zentrale Forderungen an die Leitungen der christlichen Kirchen übergeben, damit sie sich stärker in den klimapolitischen Dialog einbringen, in den eigenen Institutionen klimaneutral werden und Klimagerechtigkeit in Bildung, Pastoral und Liturgie stärker thematisieren.

Im Bistum Würzburg überreichte eine Delegation von Christians for Future, darunter auch Sr. Beate Krug, Nachhaltigkeitsbeauftragte im Kloster Oberzell, die Forderungen an Domkapitular Albin Krämer.

Christians for Future richtet die folgenden Forderungen an die Kirchenleitungen der (Erz-)Diözesen und Landeskirchen in Deutschland:

  1. Die Kirchenleitungen zeigen sich solidarisch mit den Forderungen von Fridays For Future Deutschland und kommunizieren dies öffentlichkeitswirksam durch Worte und Taten. 


  2. Die Kirchenleitungen stehen zusammen mit anderen Religionsgemeinschaften auf nationaler und regionaler Ebene in regelmäßigem strukturierten Austausch mit der Klimagerechtigkeitsbewegung mit dem Ziel, sich gemeinsam für Klimagerechtigkeit einzusetzen. 


  3. Die Kirchenleitungen auf nationaler und regionaler Ebene machen mit regelmäßigen öffentlichkeitswirksamen Aktionen, zum Beispiel persönlicher Beteiligung an Demonstrationen zum Globalen Klimastreik, Menschenketten für Klimagerechtigkeit, Mahnwachen oder ähnlichem, auf die Dringlichkeit des Klimaschutzes aufmerksam.

  4. Die Kirchenleitungen suchen das persönliche Gespräch mit der Politik und fordern einen deutlichen Wandel hin zu klimagerechter Politik. 


  5. Die internationale ökumenische Zusammenarbeit und weltkirchliche Solidarität auf den unterschiedlichen kirchlichen Ebenen wird gestärkt in Bezug auf die gemeinsame Herausforderung der globalen Klima- und Umweltkrise, die viele Länder in Afrika, Lateinamerika, Asien und Ozeanien besonders hart trifft.

  6. Die Landeskirchen und (Erz-)Bistümer setzen sich das Ziel, bis 2030 Klimaneutralität zu erreichen. Haushaltsplanungen und Investitionsentscheidungen werden an diesem Ziel ausgerichtet. 


  7. Die Landeskirchen und (Erz-)Bistümer stellen sicher, dass alle land- und forstwirtschaftlichen Flächen in kirchlichem Besitz bis 2035 klimapositiv und nach den Kriterien des Ökolandbaus bewirtschaftet werden. Neuverträge werden ab sofort nach diesen Kriterien abgeschlossen. Auf den Einsatz von Torf wird ab sofort verzichtet. 


  8. Die Landeskirchen und (Erz-)Bistümer verpflichten sich auf Divestment (Ausschlusskriterien für Geldanlagen) von Kohle, Öl und Gas und verkünden diese Verpflichtung öffentlichkeitswirksam. 


  9. Alle (Erz-)Diözesen und Landeskirchen schaffen pro 100.000 Kirchenmitgliedern eine Vollzeitstelle im Umwelt- und Klimabereich. Auf nationaler Ebene richten die Kirchen Kompetenzstellen Klimaneutralität ein. 


  10. Die Kirchenleitungen fördern kooperative Bündnisse, die das Engagement für Klimagerechtigkeit in den Kirchen vorantreiben, wie das Ökumenische Netzwerk Klimagerechtigkeit. 


  11. Die Kirchenleitungen stellen sicher, dass das dringende Handeln zur Bewahrung der Schöpfung in der pastoralen Arbeit und Ausbildung grundgelegt ist. Dafür organisieren sie verpflichtende Fortbildungen für alle Hauptamtlichen zum Thema Klimakrise. 


  12. Die Kirchenleitungen fördern verstärkt Schöpfungsverantwortung in Liturgie und Spiritualität. Zusätzlich beteiligen sich die Kirchen an dem Bemühen, pastorale Antworten auf die große Sorge und Zukunftsangst vieler Menschen zu bieten und schaffen seelsorgerische Angebote für interessierte Aktivist*innen.

2021 09 16 ChristiansFF Kramer vorschau© Markus Hauck (POW) | Birgit Hohm von "Parents for Future" überreicht die Forderungen an Domkapitular Albin Krämer, Leiter der Hauptabteilung Seelsorge, und Christof Gawronski (Mitte), Umweltbeauftragter des Bistums Würzburg.

Hintergrund: Christians for Future

Christians For Future ist ein bundesweiter Zusammenschluss von Christ*innen, die sich als Teil der For-Future-Bewegung für Klimaschutz, Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung engagieren. In unserer Rolle als Christ*innen haben wir uns dieser weltweiten Bewegung angeschlossen, um gemeinsam für diese Ziele einzustehen und dafür zu sorgen, dass sie weitere Teile unserer Glaubensgemeinschaften innerhalb der Gesellschaft erfassen. Unsere Aktionsformen sind vielfältig. Unser Engagement umfasst die Arbeit direkt in Kirchengemeinden und in der nachbarschaftlichen, ökumenisch orientierten Öffentlichkeit ebenso wie die Durchführung eigener Aktionen zum Thema Klima- und Umweltschutz.

Globaler Klimastreik

Am Freitag, 24. September 2021, gingen Christians for Future gemeinsam mit Fridays for Future bundesweit auf die Straßen. Menschen aus allen Teilen der Gesellschaft machten den Parteien mit buntem Protest klar: "Wir wählen dieses Jahr eine Regierung, die beim Klimaschutz endlich Ernst macht." Auch die Oberzeller Franziskanerinnen waren als Teil von Churches for Future wieder mit dabei uns bildeten gemeinsam mit Mitarbeitenden und Schüler*innen, Eltern und Lehrkräften der Montessori-Schule eine Menschenkette für Klimagerechtigkeit vor der Klostermauer. 

Infos und Aktionen im Internet unter christians4future.org, WWW.KLIMA-STREIK.ORG und www.facebook.com/FridaysForFutureWuerzburg.

Weitere Informationen zur Übergabe in Würzburg hier.

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