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Wörterbuch

Armut: Das franziskanische Ideal, ohne Eigentum zu sein, beinhaltet, Geld und Besitz, Begabungen und Wissen, Freuden und Sorgen, Trauer und Angst gemeinschaftlich zu teilen und verpflichtet zur Solidarität mit den Armen und Benachteiligten.

Dritter Orden: -> Franziskanische Gemeinschaft, -> Regulierter Dritter Orden

Exerzitien: Exerzitien sind geistliche Übungen. Einzelexerzitien sollen dazu dienen, über mehrere Tage im Schweigen das Leben zu ordnen und neu auszurichten; Beziehung zu Gott und Jesus Christus zu pflegen, den eigenen Weg zu suchen und zu finden; bei Exerzitien mit Gemeinschaftselementen wird das persönliche Schweigen durch Gebetszeiten, Meditationen oder Körperübungen in der Gruppe ergänzt. Bei Exerzitien im Alltag trifft sich eine Gruppe für ca. sechs bis acht Wochen einmal wöchentlich zum Austausch. Ziel ist, die eigene Spiritualität im Alltag einzubetten und einzuüben.

Ehelosigkeit: Eines der drei Gelübde. Es wird auch Keuschheit oder Jungfräulichkeit genannt und beinhaltet, dass Ordensangehörige nicht heiraten oder sich an einen Menschen binden, sondern aus Liebe zu Jesus Christus in Gemeinschaft mit Gleichgesinnten leben.

Erster Orden: Bezeichnung für die Franziskaner, Kapuziner und Minoriten

Franziskanische Gemeinschaft: Der sog. Dritte Orden des Franziskus ist eine Gemeinschaft von verheiratet, ledig oder zölibatär lebenden Männern und Frauen, die die franziskanische Lebensweise außerhalb eines Klosters, aber in Gemeinschaft mit andern Schwestern und Brüdern gewählt haben.

Franziskus: Ordensgründer (1181/82 - 1226), schrieb eine Regel für die minderen Brüder (-> Erster Orden), ein Vermächtnis für die Schwestern der heiligen Klara (-> Zweiter Orden) und eine Regel für die Laien (-> Franziskanische Gemeinschaft, Regulierter Dritter Orden)

Gehorsam: Eines der drei Gelübde. Es beinhaltet das wachsame Hören auf die Stimme Gottes, der durch das eigene Gewissen, die Heilige Schrift, die Lehren der Kirche, die Oberin, Mitschwestern, die Natur, andere Ereignisse oder die Zeichen der Zeit spricht.

Gelübde: Alle Schwestern versprechen zunächst auf Zeit, dann für immer, arm, gehorsam und ehelos zu leben

Generaloberin: Leiterin der gesamten Kongregation

Habit: Ordenskleid. In unserer Gemeinschaft ein- oder zweiteilig in gedeckten Farben (schwarz, grau, dunkelblau) mit oder ohne Schleier.

Kapitel: Regelmäßig stattfindende Versammlung von Schwestern zum Austausch, Entscheidungsfindung oder Wahlen. Man unterscheidet (-> Konventskapitel, -> Regionalkapitel), alle sechs Jahre gewählte Vertreterinnen der gesamten Gemeinschaft (-> Generalkapitel).

Kloster auf Zeit: Möglichkeit für junge Frauen, eine Zeitlang in einem Konvent mitzuleben. In diesen Konventen spiegelt sich der normale Alltag unseres Ordenslebens wider. Das Mitleben soll für beide Seiten entscheiden helfen, ob unsere Lebensform in Frage kommt.

Kongregation: Ordensgemeinschaft

Konvent: Haus-, Wohn- und Lebensgemeinschaft von Schwestern

Konventskapitel: Regelmäßig stattfindende Versammlungen aller Schwestern einer Hausgemeinschaft zum Austausch, Beratung und Entscheidungsfindung

Konstitutionen: Rechtliche Statuten, Satzung

Lebensordnung: Die rechtliche Grundlage unserer Kongregation besteht aus der Regel des Regulierten Dritten Orden des heiligen Franziskus und aus den Konstitutionen unserer Gemeinschaft.

Noviziat: Zweijährige Phase der Einführung in das Ordensleben. Die klosterinterne Ausbildung geht mit eingeschränkter beruflicher Tätigkeit einher.

Postulat: Erste Phase der Einführung in das Ordensleben. Es dauert ein halbes bis ein ganzes Jahr.

Profess: Öffentliches Versprechen, in dem eine Schwester die drei Gelübde Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam ablegt

Oasen- oder Wüstentage: Eine Möglichkeit, sich einen Tag in die Stille zurückzuziehen, um die Beziehung zu Gott, den Menschen und anderen Lebensbereichen wahrzunehmen und zu vertiefen

Oberin: Verantwortliche in einem Konvent

Ordenszeichen: Silberne Medaille, auf der Maria und Franziskus abgebildet sind, am blauen Band; silberner Professring mit eingraviertem Tau

Rat: Gremium aus gewählten Schwestern, das die (General-, Regional- oder Konvents-)Oberin berät und sie bei der Entscheidungsfindung unterstützt.

Regionalkapitel: Alle drei Jahre treffen sich gewählte Delegierte einer Region zur Besprechung, Entscheidungsfindung und zur Wahl der Regionaloberin sowie ihrer Rätinnen

Regionaloberin: Leiterin der Gemeinschaft in Südafrika bzw. Nordamerika

Regulierter Dritter Orden: Kongregationen von Brüdern und Schwestern, die nach der dritten Regel des Franziskus als klösterliche Gemeinschaft leben. Männer und Frauen, die außerhalb des Klosters nach derselben Regel leben, gehören zur -> Franziskanischen Gemeinschaft.

Tau: franziskanisches Segens- und Friedenszeichen in T-Form

Vikarin: Stellvertreterin der Oberin

Wüsten- oder Oasentage: Eine Möglichkeit, sich einen Tag in die Stille zurückzuziehen, um die Beziehung zu Gott, den Menschen und anderen Lebensbereichen wahrzunehmen und zu vertiefen

Zweiter Orden: Bezeichnung für die Klarissen