Navigation:
Suchen:
Erweiterte Suche
Oberzell
Ein Fest der Generationen
Der Februar ist ein grauer, kalter Monat. Da sehnen wir uns nach Wärme und Licht. Vielleicht segnet die Kirche auch deswegen an seinem Anfang die Kerzen, die uns nicht nur den Weg in die kommende Osternacht erhellen und uns durch die kommende Weihnacht begleiten. Immer wieder erinnern die Kerzen an den, der als „Licht der Welt“ das Dunkel unserer Tage erhellt, die Kälte der Nacht erwärmt und uns über die Schwelle der Hoffnung trägt.

An Maria Lichtmess begegnen uns Simeon und Hannah. Sie sind alt geworden, ihre Augen am Verlöschen. Sie sind oft im Tempel, weil der letzte Weg nur noch kurz sein kann. Dort vollziehen sie ihre Bräuche und Riten wie sich in unseren Kirchen heute alte Menschen zum Rosenkranzgebet treffen. Hier bei uns tun es unsere alten Mitschwestern genauso. Im Tempel fühlen sie sich geborgen. Im Gebet wissen sie sich aufgehoben in der Nähe Gottes. Alte Menschen sehen die Welt anders als junge Menschen. Sie betrachten das Leben eher vom Ende her. Da sieht es anders aus als für die, die es noch vor sich haben. Doch alte Menschen leben nicht nur in Ruhe und Frieden. Sie klagen auch über das Alter, leiden an Gebrechen, fühlen sich unverstanden und manchmal überflüssig. Ihre Tage werden grauer, die Kerzen sind heruntergebrannt. Eine neue junge Generation dagegen zündet neue Lichter an, singt andere Lieder, hat ihre eigenen Sorgen und ihre Visionen von der Zukunft.

Es geschieht zu selten, dass die Begegnung zwischen Jung und Alt zum Fest wird wie heute am Fest der Darstellung des Herrn. Die junge Frau Maria bringt ihr Kind Jesus zum Tempel, um ihm dem Herrn zu zeigen, wie alles, was Freude macht: die ersten Pflanzen, die erstgeborenen Tiere und erst recht den ersten Sohn wie es damals im jüdischen Gesetz Vorschrift war. In der Begegnung zwischen der jungen Maria und dem alten Simeon leuchtet das Licht des Augenblicks: „Meine Augen haben das Heil gesehen“. Dafür hat sich sein langes Leben gelohnt. Simeon spürt das Licht, das seine Visionen Wirklichkeit werden lässt: „Alle Völker werden schauen Gottes Heil“.

Maria Lichtmess ist das Fest der Begegnung zwischen den Generationen, die eine gemeinsame Hoffnung verbindet im Blick auf dieses Kind, in dem Gottes Liebe Mensch wurde.
Maria Lichtmess ist deshalb auch unser Fest, die wir als Dienerinnen der hl.Kindheit Jesu eine Generationen übergreifende Gemeinschaft sind. Auch uns verbindet im Blick auf dieses Kind eine gemeinsame Hoffnung und die Vision von Antonia Werr diese menschgewordene Liebe Gottes an andere Menschen, besonders an Frauen und Mädchen weiterzuschenken, die in ihrer eigenen Liebe und Würde verletzt wurden.

Danken wir Gott heute am Tag des geweihten Lebens, am Tag aller Orden und geistlichen Gemeinschaften, für unsere Berufung und das Geschenk unserer Gemeinschaft zwischen Jung und Alt.

Veröffentlicht: 02.02.2010 Achim Wenzel
Impressum für diese Nachricht 
Die persönliche Aufgabe entdecken
Kirche mit ganz anderen Augen sehen
Klosternacht "unplugged" stimmt auf Sommerferien ein