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Oberzell
Beim Klosterfest für Angehörige "daheim gefühlt"
Nach der fünfjährigen Bauzeit in der Klosteranlage haben die Oberzeller Schwestern ihre Angehörigen eingeladen - und hunderte Verwandte kamen. Der neue Glanz des Klosters konnte auch vom trüben Wetter nicht weggewischt werden, er hat sich vielmehr in den vielen Gesichtern gespiegelt: die Menschen waren fröhlich, haben sich wohl gefühlt, waren fast ein wenig „daheim“.
Sr. Melitina Weiß mit ihren Angehörigen beim Fest für die Verwandten der Schwestern im Kloster Oberzell

Ein „Daheimgefühl“ kann sich nur dort einstellen, wo wir willkommen sind. Und das haben wir schon bei der Begrüßung von Schwester Veridiana gemerkt. Man hat spüren können, sie hat sich wirklich gefreut, dass so viele Schwestern und Angehörige der Einladung gefolgt sind. Es herrschte bei kühlem Wetter eine erwärmende Stimmung. Der Tag hat erwartungsvoll begonnen.

Harmonie und Klarheit nicht nur im neuen äußeren Glanz

Die Führung durch das neu gestaltete Oberzell war mehr als ein historischer und kunsthistorischer Ausflug. Wir haben viel erfahren von Harmonie und Klarheit. Harmonie.
Harmonie in der ästhetischen Gestaltung, Klarheit in der Lebenseinstellung und in der Aufgabe der Oberzeller Franziskanerinnen, die im Einklang mit dem Anliegen und dem Auftrag der Gründerin steht: „Ihre Sorge war der Mensch, ihre Hoffnung der menschgewordene Gott.“ Besonders beeindruckt haben mich zwei Dinge: Der zentrale Gedanke „Es gilt, die Menschenwürde zu schützen“. Und zweitens: im Mittelpunkt der Arbeit steht die Solidarität mit Menschen am Rande, vor allem mit Frauen in Not. Kloster als Ort der Orientierung, Ruhe und Besinnung mit einem Auftrag, der in der Gesellschaft verwurzelt ist und direkt in die Gesellschaft einwirkt, auf der Grundlage einer klar definierten spirituellen Einstellung, das muss gelingen. Bei einem solchen Selbstverständnis der Gemeinschaft verstehe ich den Satz von Schwester Katharina: „Klöster sind wieder gefragt“. Möge der Plakatspruch am Eingang zur Klosterbibliothek sich erfüllen: „Gott lässt wachsen – Unsere Gemeinde bereitet den Boden für die Berufungen“.

Gemeinschaft erleben – über die Familie hinaus

Wir Angehörige waren eingeladen, Oberzell in neuem Glanz zu erleben. Und wir sind gerne gekommen. Viele haben sich nach längerer Zeit wieder gesehen, haben förmliche eine „Stern(wall)fahrt“ nach Oberzell unternommen, haben sich auf die Schwestern gefreut und aufeinander. Es war also mehr als eine Besichtigung von Oberzell in neuem Glanz. Der neue äußere Glanz wurde bewundert, es ist ja auch alles schön geworden. Aber beeindruckt hat sehr schnell das „Innenleben“, die Herzlichkeit, die Verbindung untereinander. Bei Führungen und Vortrag, bei Mittagessen und Kaffeetrinken kamen Menschen miteinander in Kontakt, die sich vorher nicht kannten. Und dennoch war eine Atmosphäre zu spüren, dass wir irgendwie zusammen gehören – auch beim gemeinsamen Beten im Gottesdienst. Es wurde für uns gesorgt, für Körper, Geist und Seele.

Das Schlusswort von Schwester Veridiana hat uns Angehörige nochmals in die Gemeinschaft einbezogen: „Wir bleiben im Herzen und im Gebet verbunden, schließlich sind wir ja eine Familie“.

 

Veröffentlicht: 09.10.2008 Dr. Anita Conze
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