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Oberzell
Schwester Beatrix Barth hat "großen Wurf" gewagt
“Dem Ruf Jesu Christi folgend weihe ich, mein Leben Gott, der ewigen Wahrheit.“ Für die Zeit ihres Lebens hat Schwester Beatrix Barth im Kloster Oberzell „Armut, Gehorsam und ehelose Keuschheit um des Reiches Gottes willen“ versprochen. Generaloberin Schwester Veridiana Dürr nahm im Auftrag der Kirche die Ewige Profess der Franziskanerin entgegen.
Beim Einzug in die Oberzeller Klosterkirche: Generaloberin Schwester Veridiana Dürr, Professin Schwester Beatrix Barth mit brennender Taufkerze und Junioratsleiterin Schwester Irmgard König

Den linken Seitenaltar in der Oberzeller Klosterkirche flankiert eine Statue der heiligen Philomena, dargestellt mit einem Anker. Profess ablegen bedeute einen Anker auswerfen, sagte der Hauptzelebrant Pater Josef Fischer OFM Conv (Kloster Schwarzenberg), zu Beginn des Gottesdienstes. Die Kraft für diesen „großen Wurf“ komme vom anderen Ufer, von Gott her.

Generaloberin Schwester Veridiana Dürr begrüßte alle, die sich im Kloster Oberzell eingefunden hatten, um „Zeugen und Zeuginnen der Lebenshingabe von Schwester Beatrix Barth zu werden“. Mit ihrer brennenden Taufkerze war die Franziskanerin in die voll besetzte Klosterkirche eingezogen und hatte sie vor den Altar gestellt. „Die Profess ist eine Weihe an Gott, die in der Taufe wurzelt und diese tiefer zum Ausdruck bringt,“ verdeutlichte Dürr. Die Ehepaare lud sie ein, ihr eigenes Versprechen zu erneuern und freute sich über die Mitfeier von Ordensleuten anderer Gemeinschaften. Sie wünschte sich, dass diese auch künftig „solidarisch und stützend den weiteren Weg unserer Schwester begleiten: Wir brauchen einander!“

„Ich gehe ans Klavier und spiele zwei Präludien von Bach. (…) Durchdrungen von dem Bewusstsein, hier dem Wunder des Lebens selbst zu begegnen, erlebe ich das schier Unglaubliche: ein Mensch zu sein.“ In seiner Predigt griff der Franziskaner-Minorit Pater Josef Fischer das Morgenritual des Cellisten und Komponisten Pablo Casals auf und übertrug es auf die Klavierspielerin Schwester Beatrix, dass „eine Frau nach acht Jahren Mitleben einen Platz gefunden hat, von wo aus sie das schier Unglaubliche gelobt: Mensch zu sein, Mensch zu werden und anderen beizustehen ein liebender Mensch zu werden.“

Die Gemeinschaft habe diesen Platz geprüft und sage Schwester Beatrix heute zu: „Ja, du hast eine Zukunft bei uns und wir mit dir.“ Der langjährige geistliche Begleiter von Schwester Beatrix sagte ihr zu, dass im Kloster Oberzell viel Platz sei für ihre "Fertigkeiten und Unfertigkeiten" und wünschte ihr Mut, ihren Platz gut auszufüllen.

Vor dem Ablegen der ewigen Gelübde streckte sich die Professin dem kirchlichen Ritus entsprechend der Länge nach auf den Boden vor dem Altar aus. Dabei wurde in der Allerheiligenlitanei Gott angerufen, Schwester Beatrix seine Gnade und Liebe zu schenken.

Ihr Versprechen legte die 33-Jährige in die Hände von Schwester Veridiana Dürr ab. Anschließend unterschrieben beide Schwestern die Professurkunde auf dem Altar. Als Zeichen der Treue zu Gott in der Gemeinschaft der Oberzeller Franziskanerinnen steckte die Generaloberin der Professin einen silbernen Ring an.

Die Eucharistie zelebrierte Pater Josef Fischer (Kloster Schwarzenberg) zusammen mit dem Oberzeller Hausgeistlichen Monsignore Pfarrer Bruno Zeißner, Oberstudienrat Stefan Menz (Leidersbach) und Diakon Wolfgang Dömling (Sondernau, Rhön). Musikalisch gestalteten das Vokalensemble Laudamus und Carolin König (Zell) an der Orgel den feierlichen Gottesdienst.

Schwester Beatrix (33) stammt aus der Pfarrei Maria Himmelfahrt in Spabrücken, Landkreis Bad Kreuznach, in der Diözese Trier. Nach dem Abitur studierte die Rheinland-Pfälzerin von 1994 bis 1998 Grund- und Hauptschulpädagogik in Freiburg. Anschließend absolvierte sie ihr Referendariat in Wertheim. Ihre Liebe zur franziskanischen Spiritualität entdeckte die Oberzeller Franziskanerin während einer Assisifahrt. Das Kloster Oberzell, in dem Beatrix Barth vor acht Jahren eintrat, lernte sie durch ihre geistliche Begleiterin und religiöse Angebote des Klosters kennen. Schwester Beatrix unterrichtet an der Von-Pelkhoven-Schule des Antonia-Werr-Zentrums St. Ludwig und arbeitet mit in der Jugend- und Berufepastoral der Gemeinschaft.

Veröffentlicht: 29.05.2008 kg
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