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Region der heiligen Clara in Südafrika

Anfang des 20. Jahrhunderts entstand der Wunsch in unserer Gemeinschaft, Schwestern in die Missionsgebiete Afrikas zu senden. Konkret wurde es 1950, als Bischof Albert Bilgeri OSB um Schwestern für Südafrika bat. Zur Niederlassung im damaligen Zululand kam es zwei Jahre später. Zur selben Zeit wurde die katholische Kirche eigenständige Ortskirche. Gleichzeitig verankerte die Regierung die Apartheid (Rassentrennung) gesetzlich.

Der erste Konvent entstand neben dem Bischofssitz in Eshowe. Dort errichteten die Schwestern in den folgenden Jahren einen katholischen Kindergarten und eine Schule. Ende der 50er Jahre kam ein Jungen- und Mädcheninternat dazu und der Ausbau der "Holy Childhood Convent School" zur siebenstufigen Volksschule. Parallel übernahmen weitere Schwestern von den Tutzinger Missionsbenediktinerinnen deren Konvent in Mbongolwane mit Krankenhaus und -pflegeschule.

Noch mitten in der Apartheidszeit errichtete die Gemeinschaft 1970 ein Noviziat in KwaZulu. Sieben Jahre später öffneten sich die Türen des Kindergartens und der Holy-Childhood-Convent Schule in Eshowe für Kinder aller Bevölkerungsgruppen.

1978 übernahm die Regierung Krankenhaus und Krankenpflegeschule von Mbongolwane. Die Schwestern blieben bis 1986 als Angestellte beschäftigt.

Seit 1983 bilden unsere Niederlassungen in Südafrika rechtlich eine Region. Außerdem gerieten in den 80er Jahren die Nöte von Frauen stärker in den Blick. Über die Organisation "Birthright" wurden junge, schwangere Frauen bis zur Entbindung in Mbongolwane aufgenommen. Es entstand die Nähschule "Sizanani". 1988 eröffnete in Mbongolwane das St.Joseph’s Children’s Home (Kinderheim St. Josef) mit einem Place of Savety (Notaufnahmestelle) für ausgesetzte und misshandelte Kinder. Ein Jahr später entstand am selben Ort die Antonia-Werr-Pre-Primary-School (Kindertagesstätte) .

Die 90er Jahre brachten mit dem Ende der Apartheid und der Präsidentschaft Nelson Mandelas neue Hoffnung für das Land. Zwei Jahre nach den ersten allgemeinen freien Wahlen gründete die Region einen neuen Konvent in Tabankulu/Eastern Cape. Seit 1997 gibt es das Selbsthilfeprojekt "Sizabantu", eine kleine Schneiderei für Frauen.

Unter dem Motto: "Gebt uns Hoffnung" feierte die Region 2002 feiert die Region 50 Jahre missionarische Tätigkeit in Südafrika.

Literatur: Holzer, Reginarda, Katharina Ganz, Dienerinnen der hl. Kindheit Jesu während der Zeit der Apartheid und danach - Sendung und Herausforderung, S. 209-242; in: Scheele, Paul-Werner (Hg.), „Geht hinaus in die ganze Welt...". Die Diözese Würzburg und ihre Missionskräfte, Vier-Türme-Verlag, 264 S., Münsterschwarzach 2001, ISBN 3-87868-234-4.