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Gotteskindschaft

Wir glauben, dass alle Menschen Kinder Gottes sind.

Schon durch unser Geschaffensein von Gott ist jedem Menschen eine unauslöschliche Würde geschenkt. Sie wird auch dann nicht zerstört, wenn der Mensch schuldig wird.

Durch die Taufe sind wir nicht nur Kind unserer Eltern, sondern auch und vor allem Kind Gottes in Jesus Christus. Diese Kindschaft ist uns geschenkt. Sie ist der Beginn der neuen Schöpfung. Was wir jetzt schon sind (Gotteskinder), hat sich noch nicht erfüllt. Gott sehnt sich danach, immer neu Mensch und in uns geboren zu werden. Wir sehnen uns nach einem erfüllten Leben, nach Selbst-Werdung, Ganzheit, Reifwerden und In-Beziehung-sein.

Diese Sehnsucht deuten wir als Suche des Menschen nach der eigenen Menschwerdung und Gottesgeburt in uns. Diese Wechselwirkung leuchtet in unserem Leben auf, wird sich jedoch erst am Ende der Zeiten vollenden. Mit dieser Verheißung sind wir auf dem Weg.

"In allem geht es darum, als Mensch und als Kind Gottes zu leben. Nur als Mensch kann ich Kind Gottes sein, nur als Kind Gottes kann ich Mensch sein. Gehen wir von der Sicht des Geschaffenseins aus, so ist das Menschliche unsere Spur, in der wir die Gotteskindschaft zum Ausdruck bringen. Gehen wir von der Sichtweise der Gotteskindschaft aufgrund der Taufe aus, so ist die Taufe auf Jesus Christus unsere Spur, in der wir das Menschsein zum Ausdruck bringen."

vgl.: Schlussdokument, Generalkapitel 2001, S. 8